Die Gründung und die frühen Jahre… (Die Seiten werden gerade aufgebaut)

Schon Ausgangs des 19. Jahrhunderts war die „Fußlümmelei“ von England kommend nach Deutschland übergeschwappt. Gerade auch der Karlsruher Raum (Walter Bensemann) war die Wiege der süddeutschen Fußballgeschichte. So kam es dann auch dazu, dass sich im Albtal nach und nach Fußballinteressierte organisiert zusammenschlossen. So auch 1921 in Langensteinbach.

Doch der Reihe nach:

Bereits etliche Jahre zuvor, im Mai 1899, trafen sich im „Gasthaus zum Grünen Baum“ mehrere jungen Langensteinbacher und beschlossen einen Turnverein (TV Langensteinbach) zu gründen. Allerdings mussten auch diese Pioniere zunächst Hürden und Hindernisse überwinden. So gab es zum Beispiel nur Sonntagmorgen von 6:00 bis 7:30 Uhr Gelegenheit für die Turner sich im „Ankergarten“ zu treffen, da die tägliche Arbeitszeit von Montag bis Samstag jeweils 12 Stunden betrug. So blieb nur noch der Sonntag. Doch obwohl die Übungsstunde nicht während der Gottesdienstzeiten stattfand, gab es Seitens des damaligen Gemeindepfarrers Böhmerle massiven Widerstand gegen den Turnverein. Doch mit den Jahren schwanden allmählich die Bedenken und der Turnverein wuchs und gedieh. Jedoch fand das Vereinsleben mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 ein jähes Ende. Nahezu alle aktiven Mitglieder wurden zum Militärdienst eingezogen und der Turnbetrieb wurde völlig eingestellt. Nach Ende des Krieges wurde Anfang 1919 durch den Vorstand und späteren Bürgermeister Karl Schöpfle der Turnbetrieb wieder aufgenommen.
Parallel trafen sich aber auch junge Männer, um miteinander Fußball zu spielen. Man traf sich auf den Weidehofwiesen und nach und nach entstand der Wunsch, einen eigenen Fußballverein zu gründen. Auch einen Namen hatte man schon ausgesucht, der neue Verein sollte „Oststern“ heißen. Doch schließlich einigte man sich mit dem Turnverein, da dieser versprach, den neuen Sport zu fördern. Da man nun neben den Turnern eine zweite selbstständige Sparte hatte, wurde der Verein noch 1919 in „Turn- und Sportverein Langensteinbach“ (TSV) umbenannt. Der Fußballsport konnte nun offiziell betrieben werden. Ein Haken war dabei: es fehlte in unserer Gegend noch an Wettspielgegnern. Turnvereine gab es schon eine beachtliche Anzahl, aber sehr wenige Fußballmannschaften. Das erste nachvollziehbare Spiel fand 1920 in Ellmendingen statt. Endstand übrigens 0:16 aus Langensteinbacher Sicht…

Noch im gleichen Jahr kam der TSV zu seinem eigenen Sportplatz. Die Gemeinde stellte im „Strohbusch“ ein Waldstück zur Verfügung, etwa dort, wo heute der Hundesportplatz gelegen ist.  

Doch der Friede zwischen Turnern und Fußballer währte nicht lange. Ein Grund für die nun anstehende Trennung dürfte mit politischen Hintergründen zusammenhängen. Zur damaligen Zeit waren die Vereine im Deutschen Reich in zwei Sportbünden organisiert. Im bürgerlich-konservativen Verband „Deutsche Turnerschaft“ (dem der TSV angehörte) und im „Arbeiter Turn- und Sportbund“, der dem sozialistischen Lager zuzuordnen war und unter den Fußballern viele Sympathisanten hatte.

Am 29. Januar 1921 fand eine Generalversammlung des Turnvereins in der Festhalle statt. Ungefähr 40 Mitglieder hatten im Vorfeld einen Antrag auf Übertritt des TSV zum „Arbeiter Turn- und Sportbund“ gestellt. Eine vorausgegangene Verwaltungssitzung hatte bereits den Antrag abgelehnt. Nun wurden auf beiden Seiten alle Register gezogen, aber mit 33 gegen 25 Simmen lehnte auch die Mitgliederversammlung den Übertritt ab. Daraufhin verließen die Anhänger des Fußballs den Versammlungsraum, um im Wirtschaftslokal den „Arbeiter-Sportverein 1921 (ASV) Langensteinbach“ als neuen Fußballclub zu gründen.

Bereits am 30. Januar wurde schon mit dem Bürgermeisteramt wegen der Sportplatzfrage Kontakt aufgenommen, da der einzige Sportplatz in Langensteinbach dem TSV überlassen worden war. Eine Bürgerausschusssitzung entschied schließlich, dass beide Vereine den künftigen Sportplatz benutzen sollen. Der Platz selbst war und blieb Gemeindeeigentum. Es gab noch lange ein Feilschen um die Rechte, doch erledigten sich die Streitigkeiten nach und nach von selbst, da der TSV seine Fußballaktivitäten einstellte.

Der weite Anmarschweg vom Dorf zum Strohbusch bedingte die Erstellung eines Umkleide- und Vereinsraumes. Dieser wurde gleichzeitig der sonntägliche Treffpunkt vieler Oberdörfer. Der damalige „Sonnenwirt“ Hermann Noll übernahm die Versorgung der Sportler und Gäste, indem er Essen und Trinken mit dem Pferdewagen in den Strohbusch transportierte. Im September 1924 bestimmte eine Mitgliederversammlung dann auch die „Sonne“ als Vereinslokal, nachdem man aus der „Festhalle“ wegen „schmächlicher Bemerkungen über des ASV“ ausgezogen war.

Sportlich betrachtet konnten sich unsere Mannschaften sehen lassen. Sie nahmen meistens einen Mittelfeldplatz in der Tabelle ein.  Mangels Fahrzeuge mussten die Spieler oft weite Strecken zu Fuß zurücklegen, um in irgendeiner Nachbargemeinde die zwei Punkte zu ergattern.

Heute fast unglaublich, damals aber wahr! Anfangs gingen unsere Spieler im schwarz-roten Dress auf den Platz, bis dann 1926 die Vereinsfarben schwarz-blau folgten.

Gespielt wurde auf dem Sportplatz des Turnvereins an der Jahnstraße (heutiges Wohngebiet zwischen Jahn- und Gutenbergstraße). Der TSV war in den letzten Jahren stark gewachsen, da sich Leichtathleten und Handballer dem TSV anschlossen. Gerade die Handballabteilung wuchs stark an, sodass die Turnhalle und die Festhalle langsam zu eng wurden. Am 05.07.1931 wurde der Grundstein für eine eigene TSV-Sporthalle oberhalb des bestehenden Sportplatzes an der Jahnstraße gelegt, die Sporthalle wurde am 24.09.1932 mit einem großen Schauturnen eingeweiht.

Infolge der politischen Ereignisse wurde im Jahr 1933 der Arbeitersportverein als „volks- und staatsfeindlich“ verboten und das Vermögen eingezogen. Selbst der Sportplatz durfte nicht mehr benutzt werden. Die fußballbegeisterte Jugend ließ sich aber auch dadurch nicht unterkriegen. Dem Spielleiter des bisherigen Arbeitersportvereins ist es zu verdanken, dass die Spieler auch weiterhin ihrem Hobby nachgehen konnten. Allerdings war an einen geregelten Spielbetrieb nicht zu denken. Erst in den Jahren 1936/37/38 konnte wieder offiziell Fußball gespielt werden. Jedoch nicht unter dem Namen Arbeitersportverein, der ja bereits 1933 verboten wurde. Viele Fußballer fanden in der neu gegründeten Fußballabteilung des TSV (!) eine kurzfristige sportliche Heimat.

Während des Krieges erfuhr der Sport aber dann in den Jahren 1939 bis 1945 eine jähe Unterbrechung. Ein Großteil der erwachsenen Männer wurde zum Kriegsdienst eingezogen und leider ließen auch viele Langensteinbacher in diesem sinnlosen Krieg ihr Leben.

Mit der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 war der 2. Weltkrieg in Deutschland zu Ende. Trotz vieler Alltagsbeschränkungen und obwohl es auch sonst an fast allem fehlte, was man zum Leben brauchte, begannen noch 1945 einige junge Leute im Dorf wieder damit, Fußball zu spielen. Mit kunstvoll geflickten Kickschuhen jagten sie mehr oder weniger privat einem altersschwachen Lederball nach.     

Und bereits am 12. Januar 1946 trafen sich in der „Festhalle“ die sportbegeisterten Langensteinbacher, um wieder einen Verein zu gründen. Eine heftige Debatte entbrannte um den Namen des zu gründenden Vereins. Man einigte sich schließlich auf den Namen „Sportverein Langensteinbach 1899“.
Als erstes waren die Fußballer wieder aktiv. In den Nachkriegsjahren war es für die Verantwortlichen jedoch sehr schwierig, einen geregelten Spielbetrieb aufzunehmen. Zu jedem sonntäglichen Treffen musste z.B. extra die Genehmigung der Militärregierung eingeholt werden, was die Spielfreudigkeit keineswegs förderte. Ebenso dauerte die Organisation des Spielbetriebs auf Kreisebene eine ganze Weile.

Doch in den Jahren 1947/48 hat sich das Vereinsleben wieder normalisiert; so auch in den umliegenden Ortschaften. Es konnten wieder Verbandsspiele ausgetragen werden. Der SV Langensteinbach hatte in dieser Zeit eine spielstarke Fußballmannschaft. 

Auch in diesen schwierigen Nachkriegsjahren konnte ein Verein nur dann erfolgreich sein, wenn die Mitglieder bereit waren, über den reinen Trainings- und Sportbetrieb hinaus weitere Zeit zu opfern, um die Sportanlagen in Ordnung zu halten bzw. sogar zu verbessern. Dies geschah beim SVL bereits im Jahr 1949. Mit Pickel und Schaufel machten sich die Mitglieder daran, den Platz an der Jahnstraße um einige Meter zu verbreitern und auch etwas zu verlängern.

Bilder der ersten Jahre:

1920
1920
1926
1926
1921
 
1922
 
1926