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die 90er…
Mit einer sehr jungen Mannschaft startete der SV Langensteinbach in die Saison 1989/90. Außer Spielertrainer Werner Mumbauer waren fast alle Spieler zwischen 18 und 23 Jahre alt. Man wusste, dass es eine sehr schwere Saison für den SVL werden würde. Zwar spielte die Mannschaft nicht schlecht, ihr fehlte aber die Erfahrung, um sich gegen die durchweg routinierten Gegner in der Landesliga entscheidend durchsetzen zu können. So gingen auch Spiele verloren, in denen der SVL dem Gegner keinesfalls spielerisch unterlegen war. Auch der Trainerwechsel am 12.11.1989 brachte nicht mehr die entscheidende Wende. Werner Mumbauer hatte beim SV Langensteinbach bis dahin Großes geleistet, doch diese Ära ging nun zu Ende. Mit einem neuen Trainer erhoffte man sich beim SVL einen Motivationsschub bei den Spielern, um vielleicht doch noch dem drohenden Abstieg zu entgehen. Doch auch der Trainerwechsel brachte nicht die entscheidende Wende. Am Ende der Saison musste der SVL nach zehnjähriger Landesligazugehörigkeit den Weg zurück in die Bezirksliga antreten. 

Von vielen Seiten wurde der SV Langensteinbach als Favorit für die Staffelmeisterschaft in der Bezirksliga Karlsruhe, Staffel 2, bezeichnet. Unter dem neuen Trainer Reinhard Langer, dem langjährigen Spielführer des SVL, der mit zwei Direktaufstiegen den TSV Auerbach von der B-Klasse bis in die Bezirksliga führte, begann es auch vielversprechend beim SVL. Doch als die Mannschaft im dritten Spiel in Spessart eine 0:1 -Niederlage hinnehmen musste, war plötzlich der Faden gerissen. Viermal in Folge kam der SVL über ein Unentschieden nicht hinaus. Nach dem glücklichen Remis beim Tabellenführer Bulach ging es aber wieder steil bergauf. Elfmal in Folge verließ der SV Langensteinbach als Sieger den Platz und hatte sich in der Zwischenzeit auf den 2. Tabellenplatz vorgearbeitet. Geschwächt durch zahlreiche Verletzungen ließ die Elf von Trainer Langer aber nun stark nach. Spiele, die zuvor noch deutlich gewonnen worden wären, wurden zu Zitterpartien. Trotzdem übernahm der SVL am 24. Spieltag die Tabellenführung. Den knappen Ein-Punkte-Vorsprung verteidigte der SVL bis zum letzten Spieltag. Das „Endspiel“ in Malsch wurde zu einem wahren Krimi. 8 Minuten vor Spielende lag der SVL noch mit 0:1 zurück. Infolge der Verletzung eines Malscher Spielers mußte das Spiel für längere Zeit unterbrochen werden. Das Spiel Pfaffenrot gegen Bulach, das der SC Bulach mit 3:5 Toren gewann, war bereits beendet, und der SC Bulach wäre damit Staffelmeister gewesen.

Doch Langensteinbach schaffte den Ausgleich und buchstäblich in allerletzter Sekunde gelang dem SVL doch noch der 1:2-Siegtreffer, womit der SVL die Staffelmeisterschaft in der Bezirksliga Karlsruhe, Staffel 2, holte. Mit der Meisterschaft war aber nicht automatisch der Aufstieg in die Landesliga verbunden. Durch die Neubildung einer Bruchsaler Bezirksliga gab es erstmals keinen Direktaufstieg der drei Bezirksligameister. In einer Entscheidungsrunde zwischen den Meistern der Bezirksligen Bruchsal und Karlsruhe Staffel 1 und 2 mussten zwei Aufsteiger.in die Landesliga ermittelt werden. Langensteinbach musste auf den gesperrten Jörg Koch verzichten und auch weitere Spieler waren infolge gerade erst überstandener Verletzungen noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. So verlor der SVL beide Aufstiegsspiele gegen den ASV Hagsfeld und den FC Kirrlach und musste ein weiteres Jahr in der Bezirksliga spielen.

Nach dem knapp verpassten Wiederaufstieg in die Landesliga war das Feuer in der Mannschaft erloschen.  Obwohl der SVL keine Abgänge hatte, merkte man, dass der Mannschaft die Frische und der unbedingte Siegeswille fehlte. Während Langensteinbach auswärts zu gefallen wusste, blieb das Team auf eigenem Platz so ziemlich alles schuldig. Die Trennung von Trainer Reinhard Langer war die Konsequenz für die schwachen Leistungen. Dass ein Trainerwechsel manchmal Wunder wirkt, das schien auch beim SVL der Fall zu sein, denn schon am folgenden Sonntag glückte im letzten Heimspiel der Vorrunde der erste Heimsieg. Am Ende der Vorrunde ging der SVL als Tabellensechster in die Winterpause. Man wollte im neuen Jahr zum Sturm auf die Tabellenspitze blasen, doch als die Mannschaft gleich das erste Spiel nach einer wahren Wasserschlacht gegen den Tabellenvorletzten SC Wettersbach erneut mit 0:2 Toren verlor, hatte sie endgültig ihre letzte Chance auf die Staffelmeisterschaft verspielt und blieb auch die beiden folgenden Saisons in der Bezirksliga.
Ein erneuter Anlauf auf die Staffelmeisterschaft und den damit verbundenen Direktaufstieg in die Landesliga Mittelbaden war für den SV Langensteinbach für die Saison 1995/96 angesagt. Diese wurde erstmals nach der neu eingeführten „Drei-Punkte-Regel“ gespielt. Mit Neuzugängen wie Thomas Opp und talentierten Jugendspielern konnte der Mannschaftskader erheblich verstärkt werden. Trainer wurde der langjährige Torjäger des SVL, Karl Kornmüller. Meisterschaftsfavorit war jedoch der Landesligaabsteiger SpVgg Durlach-Aue, der nach Abschluss der Vorrunde einen Vorsprung von 4 Punkten hatte. Als Durlach-Aue aber sein erstes Rückrundenspiel mit 0:2 verlor und auch am darauffolgenden Sonntag über Unentschieden nicht hinauskam, hatte die Truppe von Trainer Kornmüller plötzlich die Tabellenführung übernommen. Dicht auf den Fersen blieb dem SVL neben Durlach-Aue auch der Karlsbader Lokalrivale TSV Auerbach. Als Langensteinbach das Nachholspiel beim Tabellenvorletzten TV Mörsch unerwartet mit 1:2 verlor, Durlach-Aue und Auerbach aber ihre Heimspiele gewonnen hatten, schien für den SV Langensteinbach der Meisterschaftszug endgültig abgefahren zu sein. Spannung kam aber erneut auf, als der Tabellenführer Durlach-Aue in Reichenbach unterlag, so dass der Vorsprung von Aue gegenüber dem SVL auf einen Punkt zusammenschmolz. Langensteinbach hatte es nunmehr in der Hand, durch einen Heimsieg im Spitzenspiel gegen Durlach-Aue wieder Tabellenführer zu werden. Wenn auch glücklich, letztlich aber nicht unverdient (weil der SVL fast eine Stunde nach einer gelb-roten Karte mit nur 10 Mann auskommen musste), nahm der SVL die Chance wahr und setzte sich wieder an die Tabellenspitze. Als Durlach-Aue im darauffolgenden Spiel über ein nicht hinauskam und sich danach Auerbach und Durlach-Aue wunschgemäß 1:1 unentschieden trennten, betrug der Vorsprung des SVL zwei Spiele vor Rundenschluss 6 Punkte Langensteinbach holte diesen noch fehlenden Punkt und konnte dadurch unbeschwert das letzte Saisonspiel gegen Wöschbach bestreiten, das schließlich noch mit 3:1 gewonnen wurde.

Der SV Langensteinbach hatte am Ende bei 70 Punkten 4 Punkte Vorsprung vor der SpVgg Durlach-Aue, dabei ein Torverhältnis von 73:31 erzielt und stellte außerdem mit Joachim Kuhn, der es auf 26 Treffer brachte, auch den Torschützenkönig der Bezirksliga Karlsruhe, Staffel 2.
Dass der Wiederaufstieg in die Landesliga Mittelbaden gerade im Jahre des 75jährigen Jubiläums der Fußballabteilung errungen wurde, das machte die Mannschaft, die Verwaltung und die vielen Anhänger des SVL besonders glücklich und man war optimistisch hinsichtlich der sportlichen Zukunft.

Die Rückkehr in die Landesliga ließ sich durchaus erfolgsversprechend an, zur Winterpause belegte man einen guten 13. Platz, fern der Abstiegsränge. Leider verletzte sich der SVL-Torjäger „Hacki“ Kuhn bereits in der Vorrunde schwer und verliess den SVL in der Winterpause zu seinem Stammverein VfR Pforzheim. Totzdem konnte man relativ konstant punkten. Nach der Winterpause allerdings schmolz der Vorsprung auf den Relegationsplatz zusehens und so rückte der KVF immer mehr an die Langensteinbacher heran. Am letzten Spieltag war es dann soweit. In 34 Spielen erreichte der SVL 10 Siege, 11 Unentschieden und 13 Niederlagen, erreichte 41 Punkte erzielte ein Torverhältnis von 51 :58. Trotzdem: Platz 14, Relegation.

Doch durch den freiwilligen Abstieg des FC Huttenheim aus der Landesliga, der seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte, blieben uns die Relegationsspiele erspart und dem SV Langensteinbach war somit ein weiteres Jahr die Landesligazugehörigkeit gesichert. In der nächsten Runde 1998/99 erreichte man den 10. Platz, in der Saison darauf den 7. Rang.